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Anarchis der Weise Nomade, Skythe, Grieche von Charlotte Schubert

Anarchis der Weise
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  • Taschenbuch
  • Erschienen: 27.10.2010
  • Versandfertig innert 1-2 Werktagen.
  • Erschienen bei: Narr Dr. Gunter
  • ISBN-10: 3-8233-6607-6
  • ISBN-13: 9783823366072
  • Einband: Taschenbuch,
  • Seitenzahl: 227
  • Gewicht: 356 g
  • Sprache(n): Deutsch

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Kurzbeschreibung zu "Anarchis der Weise"

Der skythische Nomade Anacharsis wird zum ersten Mal
bei Herodot erwähnt. Er ist der Fremde, der nach
Griechenland kommt, sowohl um zu lernen als auch – da
selbst ein Weiser – um anderen ein Lehrer zu sein. Er
äußert sich in knappen, oft witzig-ironischen Sprüchen,
die von der Antike bis heute in den allgemeinen Spruchwortschatz
eingegangen sind.
Anacharsis wird zum Paradigma eines griechischen
Weisen und erhält seinen Platz im Kreis der berühmten
Sieben Weisen. Er bleibt aber doch immer Nomade und
Skythe. An ihm erweist sich, welche Rolle das Bild der
Nomaden in den frühen, mythisch und geographisch
geprägten Anschauungen der Griechen einnahm: Über
die Verknüpfung von Weisheit und Nomadismus in der
Figur des Anacharsis wird das vollständig Fremde dem
Eigenen der griechischen Kultur eingeschrieben.

Beschreibung von "Anarchis der Weise"

Der skythische Nomade Anacharsis wird zum ersten Mal bei Herodot (5. Jh. v. Chr.) erwähnt. Er ist der Fremde, der nach Griechenland kommt, sowohl um zu lernen als auch da selbst ein Weiser um anderen ein Lehrer zu sein. Er äußert sich durch knappe, oft witzig-ironische Sprüche, die von der Antike bis heute in den allgemeinen Spruchwortschatz eingegangen sind. Bei Herodot ist die nomadische Lebensform der Skythen das herausragende Differenzkriterium, da sie die Skythen in spezieller Weise unbesiegbar macht und sie daher, wie später nur die Athener, den fast u bermächtigen Persern widerstehen können. In der Überlieferung des 4. Jh. v. Chr. gehört Anacharsis zum Kreis der 7 Weisen, wird aber in diesem Kreis als skythischer Nomade einerseits deutlich von den anderen Weisen (Solon, Thales, Bias, Periander etc.) abgegrenzt, andererseits als Kulturbringer beschrieben, dem die Griechen zivilisatorische Errungenschaften wie den Blasebalg, die Töpferscheibe und den doppelten Anker verdanken.Der Anlass für die Ausgestaltung der Figur und ihre spätere, prominente Rolle im Kreis der Sieben Weisen ist sehr wahrscheinlich der Erfolg der Skythen gegenüber den Persern gewesen, so dass insbesondere Herodot die Gegenüberstellung von sesshaften Griechen und nomadischen Skythen zum Paradigma erheben konnte. Dieser militärische Erfolg der Nomaden ist seither in der antiken Literatur mit der Lebensweise ohne Städte, ohne Mauern und ohne Äcker in Verbindung gebracht worden mit einer Lebensweise, die als besondere Form der Ungebundenheit und Autarkie angesehen wurde. Sie galt einerseits als charakteristisch für die Nomaden, andererseits wurde sie seit Aritoteles auch als Ausdruck von Freiheit und Demokratie betrachtet. Die Ursprünge dieser Überlieferung sind jedoch in der Integration des Nomaden in ein frühes, mythisch und geographisch geprägtes Weltbild zu finden, dessen erste Umrisse bereits bei Homer zu greifen sind. Die in dieser Konfiguration im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. eingeschriebenen Grenzlinien zwischen Eigenem und Fremdem, zwischen Sesshaften und Nomaden, zwischen Griechen und Skythen boten bereits so vielfältige Anknüpfungspunkte, dass sie in der weiteren Überlieferung je nach Kontext verwendet oder ausgedeutet werden konnten. Das Besondere an dieser Figur ist jedoch die Verknüpfung von Weisheit und Nomadismus, die der Figur über die Gegensätze hinweg offenbar das verbindende Potential gegeben hat, die ihr erst das lange Nachleben ermöglichte.

Portraits

Charlotte Schubert: Charlotte Schubert, geboren1955, ist seit 1993 Professorin für Alte Geschichte in Leipzig. Forschungsarbeiten und Veröffentlichungen zur Geschichte Athens, zur Mentalitätsgeschichte und zur Frauengeschichte.

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