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Der wahrhaftige Volkskontrolleur Roman von Andrey Kurkov

  • Gebundene Ausgabe
  • Erschienen: 25.11.2011
  • Versandfertig innert 1-2 Werktagen.
  • Erschienen bei: Haymon Verlag
  • ISBN-10: 3-85218-679-X
  • ISBN-13: 9783852186795
  • Einband: gebunden,
  • Auflage: 2. aus dem Russischen von Kerstin Monschein; mit Lesebändchen
  • Seitenzahl: 430
  • Gewicht: 599 g
  • Sprache(n): Deutsch

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Kurzbeschreibung zu "Der wahrhaftige Volkskontrolleur"



Der Bestseller von Andrej Kurkow nun auch auf Deutsch: Es ist unglaublich, was Pawel Dobrynin erlebt, nachdem er unerwartet zum "Volkskontrolleur auf Lebenszeit für die ganze Sowjetunion" gewählt wird. Auf seiner Reise durch die Sowjetunion begegnet er einer Vielzahl von schillernden Figuren: darunter dem geheimnisvollen Kremlträumer, dem Gedichte vortragenden Papagei Kusma und einem Engel, der aus dem Paradies desertiert ist. Der Engel ist auf der Suche nach einem Gerechten, um mit ihm gemeinsam ins Paradies zurückzukehren, denn bislang ist noch kein einziger Sowjetbürger dort eingegangen ...

Andrej Kurkow, Autor der Bestseller Picknick auf dem Eis und Der Milchmann in der Nacht, erzählt eine unterhaltsame und fesselnde Geschichte zwischen Fantasie und Wirklichkeit in der Sowjetunion. Dazu gibt es charmante Helden, eine abenteuerliche Geschichte und viel schwarzen Humor - ein waschechter Kurkow eben.


Beschreibung von "Der wahrhaftige Volkskontrolleur"

Der Bestseller von Andrej Kurkow nun auch auf Deutsch: Es ist unglaublich, was Pawel Dobrynin erlebt, nachdem er unerwartet zum Volkskontrolleur auf Lebenszeit für die ganze Sowjetunion gewählt wird. Auf seiner Reise durch die Sowjetunion begegnet er einer Vielzahl von schillernden Figuren: darunter dem geheimnisvollen Kremlträumer, dem Gedichte vortragenden Papagei Kusma und einem Engel, der aus dem Paradies desertiert ist. Der Engel ist auf der Suche nach einem Gerechten, um mit ihm gemeinsam ins Paradies zurückzukehren, denn bislang ist noch kein einziger Sowjetbürger dort eingegangen
Andrej Kurkow, Autor der Bestseller Picknick auf dem Eis und Der Milchmann in der Nacht, erzählt eine unterhaltsame und fesselnde Geschichte zwischen Fantasie und Wirklichkeit in der Sowjetunion. Dazu gibt es charmante Helden, eine abenteuerliche Geschichte und viel schwarzen Humor ein echter Kurkow eben.

Portraits

Andrey Kurkov: Andrej Kurkow, geb. 1961 in St. Petersburg, lebt seit seiner Kindheit in Kiew. Er studierte Fremdsprachen (er spricht insgesamt elf Sprachen), arbeitete als Redakteur, Gefängniswärter, Kameramann und schrieb zahlreiche Drehbücher. Seit 1996 lebt er als freier Schriftsteller in Kiew und London.

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 «Wo gehts hier ins gelobte Land?»  von einer Kundin oder einem Kunden (05.06.2012):

Während Pawel Dobrynin, in seiner neu erworbenen Eigenschaft als russischer Volkskontrolleur in die abgelegensten Gebiete der Sowjetunion reist und dabei die unwahrscheinlichsten Abenteuer erlebt, trägt ein sprechender Papagei Väterchen Lenin Gedichte vor und hilft ein aus dem Paradies geflohener Engel, einer Gruppe Deserteure und geflohener Kolchosebauern das gelobte Land zu errichten.
Eine feine, satirische Erzählung mit einem Hauch Fantastik, die uns einen liebevollen, augenzwinkernden Blick in die russische Seele gewährt.

 «Der Wahrhafitge Volkskontrolleur»  von einer Kundin oder einem Kunden (15.04.2012):

Es ist das Jahr 1927, Russland. Ein nicht gerade wohlhabender Mann, Pawel, wird von der Regierung zum Volkskontrolleur ernannt, was heißt, dass er sein Heimatsdorf verlassen und durch Russland ziehen muss um zu prüfen, ob auch überall das russische Gesetz eingehalten wird. Auch von einem Engelwird erzählt, der das Paradis verlassen hat um in Russland einen gerechten Menschen zu finden und um seinen Genossen zu zeigen, dass auch dieses Land Menschen hat, die es verdient haben, einen Paltz im Paradies einzunehmen. Außerdem erfährt man etwas über einen Schuldirektor der traurig ist, dass die Stadt Moskau mit so vielen Hochhäusern zugebaut wird und der sich sehr um das Wohlbefinden einer Mutter eines Schülers sorgt.

Im Allgemeinen ein Buch, dass mich persönlich überhaupt nicht angesprchen hat. Durch die vielen verschiedenen, schwer zu merkenden Namen - nunja es ist eben ein russisches Buch - konnte ich dem Handlungsablauf nie richtig folgen. Außerdem hat mir die Spannung der Lektüre gefehlt - ich hatte somit keinen Anreiz weiterzulesen. Es sins außerdem sehr viele russische Fremdwörter vorhanden.

Wer allerdings russischen Humor und russische Romane gerne hat, für den könnte das Buch etwas sein ;)

 «...»  von einer Kundin oder einem Kunden (31.01.2012):

Warum desertiert ein Engel vom Paradies?
Er ist auf der Suche nach dem einzigen Rechtschaffenen in der UDSSR.
Wie kann ein Papagei benutzt werden, der Gedichte zitieren kann?
Zu Propaganda-Zwecken.
Wieso sollten Sie dieses Buch lesen?
Damit auch Sie die Möglichkeit haben einen Blick in das Russland von 1927 zu werfen. Trotz seiner skurrilen Elemente schildert "Der wahrhaftige Volkskontrolleur" das Leben in der damaligen Zeit, ohne etwas zu verschönigen, oder etwas zu übertreiben.

 «Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser»  von einer Kundin oder einem Kunden (10.01.2012):

Andrej Kurkow begleitet in seinem Roman "Der wahrhaftige Volkskontrolleur" insbesondere vier Hauptfiguren für einen kurzen Teil ihres Lebens und lässt den Leser spüren, wie diese Menschen leben, denken und fühlen. Erstens Pawel Dobrynin, der nach der Ernennung zum Volkskontolleur der Sowjetunion auf Lebenszeit Heimat und Familie zurücklässt und zu einer Reise ins Ungewisse aufbricht. Zweitens ein aus dem Paradies entflohener Engel, der zusammen mit weltlich Desertierten das Gelobte Land auf Erden sucht und mit dem überraschenden und ungekannten Gefühl der partnerschaftlichen Liebe dem Paradies ein kleines Stückchen näher rückt. Drittens der pflichtbewusste und vereinsamte Schuldirektor Banow, der die "Mutter" eines Schülers und sich selbst wieder zum Träumen bringt. Und schließlich der Künstler Mark, der mit seinem sprechenden Papagei Kusma die Führungselite der Sowjetunion zum Weinen bringt.

Vier Geschichten, getrennt voneinander abschnittsweise abwechselnd erzählt und doch miteinander eng verwoben. Sie erzählen dem Leser von Treue und Verrat, Kontrolle und Vertrauen, Leben und Tod, Annehmen und Hinterfragen, Vernunft und Gefühl. Doch Andrej Kurkow spricht die Problematik der einzelnen Geschichten nicht offen an, sondern überlässt das Deuten dem Leser, der zwischen den Zeilen den Hauptfiguren etwas näher kommt. Es ist ein außergewöhnliches Buch, das die ganze Aufmerksamkeit des Lesers fordert, aber dem es gelingt, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Entscheidend ist dabei nicht, was und wie der Autor erzählt, denn dies geschieht in einer fast nüchtern deskriptiven Weise, sondern was diese Geschichten im Leser auslösen und wie dies geschieht. Insgesamt ein Buch, das mich noch eine Weile beschäftigen wird und noch einige Fragen offen lässt.

 «Russlandreise inklusiver überirdischer Begegnungen»  von einer Kundin oder einem Kunden (31.10.2011):

Kurkow lädt uns nach Russland ein und stellt uns Land, Leute, Engel und sprechende Papageien vor. Wir betreten eine skurille Welt voller schräger Charaktere, überirdischer Gestalten und vor allem der russischen Seele. Wir folgen einer der Hauptpersonen auf ihrem Weg durch das riesige Reich, treffen eine Gruppe Aussteiger, einen Künstler, dessen Vogel Lobhymnen auf den Führer dekliniert und allerlei russichen Kauzen, die mal nett und mal skrupellos sind. Ein Buch bunt, wie der Umschlag, den der Haymonverlag ihm verliehen hat. Ein Lesegenuss für die dunklen Winterstunden!

 «Einblick in die russische Volksseele»  von einer Kundin oder einem Kunden (04.10.2011):

Andrej Kurkow beschert uns einen Einblick in die russische Volksseele zu Zeiten des Kommunismus'. Ein unbescholtener Kolchosbauer wird auserwählt zum 'Volkskontrolleur' der gesamten Sowetunion. Von da an verändert sich sein Leben auf wundersame und gleichzeitig tragisch traurige Weise. Von den Mühlen der Bürokratie wird er weitergereicht von einem Büro zum nächsten, Zeuge von kriminellen und zerstörerischen Machenschaften ' vorbei am allwissenden Auge der Genossen und muss bald auch um sein eigenes Leben fürchten.

Auch erfahren wir die Geschichte eines 'gefallenen' Engels, wobei dieser Engel sich freiwillig aus dem Paradies nach Russland aufmacht, um zu sehen warum keine Menschen von diesem kühlen Flecken in den Himmel aufsteigen. Auch seine Reise nimmt verschlungene Wendungen und bald findet er sich wieder auf der Suche nach dem 'Neuen Gelobten Land' auf Erden.

Und als dritten dürfen wir dem Schuldirektor Banow über die Schulter schauen und erleben wie er seine Schule auf feinfühlige, sorgsame Art und Weise führt und vielleicht auch sein privates Glück findet.

Zugegeben ein spannendes Buch ist es nicht. Aber dafür ein berührendes. Ein Buch das mich ganz sanft berührt hat und gerade deswegen tief bewegt. Allerdings glaube ich, dass viele Zwischentöne, die der Autor uns spüren lassen wollte, in der Übersetzung verloren gingen.

Insgesamt fand ich das Lesen streckenweise anspruchsvoll, vor allem die russische Namenskultur fand ich ausreichend verwirrend. Trotzdem ein tolles Buch, dass ich sehr gerne gelesen habe.

 «Vier unvollendete Geschichten»  von einer Kundin oder einem Kunden (03.10.2011):

Zum Inhalt: Mit vier Hauptdarstellern - der aus dem Titel bekannte Volkskontrolleur, ein Engel, ein Schuldirektor und ein Künstler mit Gedichte rezitierendem Papagei - erzählt Kurkow Geschichten aus der Sowjetunion des letzen Jahrhunderts einige Jahre nach Lenins Tod.

Zum Cover: Wie von Kindern gemalt. Ein Mann und sein Pferd. Deutlich zu erkennen, aber eben leicht naiv - das passt hervorragend zu den Sichten, die die einzelnen Darsteller des Buches auf ihr Dasein haben: Einfach, gutmütig, gerecht und manchmal verzweifelnd an den äußeren Umständen.

Mein Eindruck: Das Buch lässt mich ratlos zurück. Ich habe es gern gelesen, solange es dauerte, aber dann war es zu Ende. Einfach so. Ohne echten Abschluss auch nur einer der vier Geschichten. Zusammenhänge gab es so gut wie keine (wenn man von einer Gewehrkugel absieht), jede Geschichte hätte von Anfang bis zu dem nicht vorhandenen Ende in einem eigenen kleinen Band erzählt werden können. Dabei ist die Erzählweise grandios, - trotz allen Unbill und so einiger menschlicher und tierischer Leichen muss der Leser oftmals über die stoische Ruhe der Protagonisten schmunzeln, mit denen über diese Tragödien hinweg- und weitergelebt wird. Alle vier gehen in ihrer Berufung auf, selbst, wenn ihnen fast unüberwindbare Hindernisse in den Weg gelegt werden, und verlieren nie ihren Glauben an das Gute der Sowjetunion und ihrer Bürger und das irgendwie schon alles richtig geordnet ist. Schön fand ich die Episoden vom Zusammenhalt in schwierigen Zeiten - egal, ob im Schneesturm oder als Engel unter Ungläubigen, jeder versucht sich einzubringen, so gut er eben kann und das Leben in seiner Umgebung zu verbessern.

Aber dann kam die letzte Seite und so sehr ich nach einem Schlusswort suchte - das kam eben nicht. Deshalb ist meine Bewertung so, wie sie ist - drei Sterne für die russische Seele und die Freundschaft, zwei Sterne Abzug für die Nichterfüllung des Plansolls der Zufriedenstellung des Lesers.

 «Russisches Märchen ohne Ende»  von einer Kundin oder einem Kunden (13.09.2011):

Der hochanständige Pawel Dobrynin, der überall für seine Ehrlichkeit bekannt, aber nicht beliebt ist, wurde zum Volkskontrolleur für die ganze Sowjetunion gewählt. Bedrückt geht er nach Hause, weiß er doch, dass er seine Frau Manjascha und seinen 3 Monate alten Sohn Petka für lange Zeit verlassen muss. Als der Wagen mit Kutscher kommt um Pawel mitzunehmen, drückt ihm seine Frau zum Abschied noch eine Axt in die Hand, damit sich der arme Mann gegen Banditen wehren kann. Nachdem er seine Urkunde und ein Buch mit Anweisungen bekommen hat, fliegt er ins Polargebiet, wo seine Arbeit beginnt.

Zur gleichen Zeit desertiert ein Engel vom Himmel, weil er nicht verstehen kann, warum noch nie ein Russe vor der Himmelstür gestanden hat. Er möchte einen Gerechten finden, den er bis ins Paradies begleiten kann um seinen Brüdern zu beweisen, dass es auch in der Sowjetunion ehrliche und gerechte Menschen gibt. Kaum auf der Erde angekommen, tauscht der Engel die Kleider mit einem Deserteur. Darum nehmen seine Brüder den Falschen mit in den Himmel und der Engel kann auf der Erde bleiben. Im Laufe der Geschichte wandelt er durch Russland und immer mehr Menschen schließen sich ihm an, so dass die Gruppe irgendwann in ihr neues gelobtes Land kommt.

Und auch den Küstler Mark treibt es durchs Land. Er hat seinem Papagei Kusma Gedichte beigebracht, die dieser den Menschen vorträgt und so schlagen sich die Zwei durchs Leben.

Tja, was soll ich zu diesem Buch sagen? Es ist auf jeden Fall ganz anders, als ich gedacht habe. Die 3 Handlungstränge ziehen sich durchs Buch, ohne miteinander in Berührung zu kommen. Nicht einmal ganz am Ende treffen die Protagonisten aufeinander. Die Erzählungen verpuffen einfach mehr oder weniger. Trotz allem hat mich das Buch recht gut unterhalten. Andrew Kurkow kritisiert auf hohem Niveau und unglaublich ironisch die grotesken Vorschriften und Gesetze der Sowjetunion und der Planwirtschaft. Der Schreibstil ist flüssig, aber nicht immer leicht zu lesen. Der wahrhaftige Volkskontrolleur ist mit Sicherheit kein Buch, das man mal so schnell nebenher lesen kann denn man muss sich voll und ganz darauf einlassen. Insgesamt ist es aber empfehlenswert.

 «Kreml, Kringel, Komsomolze»  von einer Kundin oder einem Kunden (27.08.2011):

Inhalt:
Der in seinem Dorf eher unbeliebte Pawel Aleksandrowitsch Dobrynin wurde zum Volkskontrolleur des gesamten Landes gewählt. Der neue Posten erfordert es, das ihm bekannte Dorf für einige Zeit zu verlassen, seine Familie zurück zu lassen und sich auf eine Reise durch die Sowjetunion zu begeben.

Neben der Geschichte um Pawel erfährt der Leser von einem Engel, der den Himmel verlassen hat, um zu untersuchen, ob es in Russland tatsächlich keine rechtschaffenen Menschen mehr gibt, von dem Schuldirektor Wasilij Wasiljewitsch Banow, der abends mit großer Begeisterung auf dem Schuldach sitzt und in die Ferne schaut, sowie von dem Künstler Mark Iwanow und seinem Gedichte rezitierenden Papagei Kusma.

Mein Eindruck:
Andrej Kurkow macht die Lektüre seines Buches nicht besonders einfach: seine Sätze sind lang, die Erzählweise ist ausschweifend, metaphorisch und phantasievoll. Dadurch wirkt das Buch allerdings sehr authentisch und unverwechselbar russisch. Die vier verschiedenen Handlungsstränge sorgen dabei für viel Abwechslung, so dass beim Lesen nie Langeweile aufkommt.

Im gesamten Buch finden sich zudem Anspielungen auf das zaristische Russland und die Sowjetunion, auf Planwirtschaft und kommunistische Realität. Wer eine besondere Affinität zu Russland/der Sowjetunion hat, kommt hier meiner Meinung nach ganz auf seine Kosten, wird viel von der 'russischen Seele' erfahren, einiges über das Land und seine Menschen lernen.

Mein Resümee:
Eine nicht ganz einfache Lektüre, doch wenn man sich auf Andrej Kurkow einlässt, wird man mit skurrilen Charakteren, unterhaltsamen, satirischen, phantasie- und humorvollen Geschichten, Einblicken in die russische/sowjetische Kultur und Mentalität sowie zahlreichen Anspielungen auf das Leben in der UdSSR belohnt.

Sehr empfehlenswert.

 «Kreml, Kringel, Komsomolze»  von einer Kundin oder einem Kunden (27.08.2011):

Inhalt:
Der in seinem Dorf eher unbeliebte Pawel Aleksandrowitsch Dobrynin wurde zum Volkskontrolleur des gesamten Landes gewählt. Der neue Posten erfordert es, das ihm bekannte Dorf für einige Zeit zu verlassen, seine Familie zurück zu lassen und sich auf eine Reise durch die Sowjetunion zu begeben.

Neben der Geschichte um Pawel erfährt der Leser von einem Engel, der den Himmel verlassen hat, um zu untersuchen, ob es in Russland tatsächlich keine rechtschaffenen Menschen mehr gibt, von dem Schuldirektor Wasilij Wasiljewitsch Banow, der abends mit großer Begeisterung auf dem Schuldach sitzt und in die Ferne schaut, sowie von dem Künstler Mark Iwanow und seinem Gedichte rezitierenden Papagei Kusma.

Mein Eindruck:
Andrej Kurkow macht die Lektüre seines Buches nicht besonders einfach: seine Sätze sind lang, die Erzählweise ist ausschweifend, metaphorisch und phantasievoll. Dadurch wirkt das Buch allerdings sehr authentisch und unverwechselbar russisch. Die vier verschiedenen Handlungsstränge sorgen dabei für viel Abwechslung, so dass beim Lesen nie Langeweile aufkommt.

Im gesamten Buch finden sich zudem Anspielungen auf das zaristische Russland und die Sowjetunion, auf Planwirtschaft und kommunistische Realität. Wer eine besondere Affinität zu Russland/der Sowjetunion hat, kommt hier meiner Meinung nach ganz auf seine Kosten, wird viel von der 'russischen Seele' erfahren, einiges über das Land und seine Menschen lernen.

Mein Resümee:
Eine nicht ganz einfache Lektüre, doch wenn man sich auf Andrej Kurkow einlässt, wird man mit skurrilen Charakteren, unterhaltsamen, satirischen, phantasie- und humorvollen Geschichten, Einblicken in die russische/sowjetische Kultur und Mentalität sowie zahlreichen Anspielungen auf das Leben in der UdSSR belohnt.

Sehr empfehlenswert.

 «Das (Über-) Leben in der Sowjetunion»  von einer Kundin oder einem Kunden (22.08.2011):

Der Roman erzählt die Geschichten von vier sehr unterschiedlichen Personen in der Sowjetunion Mitte bis Ende der 1920er Jahren. Zum einen ist da der ehemalige Kolchosbauer Pawel Dobrynin, der zum Volkskontrolleur für die Sowjetunion ernannt wird. Sein Weg führt ihn in den rauen Norden mit seinem eisigen Klima wo er nicht nur angenehmen Genossen begegnet.

Ein Engel kommt aus dem Paradies auf die Erde, weil bisher kein Sowjet-Bürger in das Paradies eingezogen ist. Dies wundert den Engel doch sehr und so kommt er auf die Erde, um einen gerechten zu finden, und ihn zu begleiten. Auf seiner Suche findet er sich in einer Gruppe aus Bauern, Rotarmisten und Bauarbeiter wieder, die gemeinsam das Neue Gelobte Land finden wollen, um dort in Gerechtigkeit zu leben.

Der Künstler Mark reist mit seinem Papagei Kusma, der Gedichte vortragen kann, ebenfalls durch die Sowjetunion und trifft auf allerlei unterschiedliche Personen. Und schließlich wird noch von dem Schuldirektor Banow erzählt, welcher sehr viel Zeit in seiner Schule verbringt und schließlich seine Aufgabe darin findet, einer Mutter wieder zu Träumen zu verhelfen.

Die vier Erzählstränge sind unabhängig voneinander (der Klappentext ist also nicht völlig zutreffend). Es zeigt sich nur durch sehr wenige Gemeinsamkeiten, dass sie in der gleichen Zeit spielen und durch diese kleinen Details quasi doch mehr oder weniger verknüpft sind, auch wenn das auf den ersten Blick überhaupt nicht so scheint. Die ganz unterschiedlichen Charaktere ergänzen sich gut und geben einen sehr vielfältigen Einblick in die Sowjetunion und ihre Lebensweisen in dieser Zeit. Allen voran natürlich Pawel mit seiner herrlich naiven und trotzdem liebenswürdigen Art. Für sein Vaterland tut er alles, nichts geht ihm über die Pflichterfüllung. So reist der Leser mit Pawel in den entfernten Norden und trifft auf allerlei (auch zwielichtige) Figuren und dunkle Machenschaften. Der Künstler Mark hingegen soll seinem Papagei nur noch ernste Gedichte beibringen, obwohl ein gedichtevortragender Papagei ja eigentlich die Leute zum Lachen bringen soll. Und schließlich der Engel, der sich an der kommunistischen Seele die Zähne ausbeißt, weil diese schlicht die Existenz einer Seele verleugnet.

Durch den ganzen Roman zieht sich ein gut eingesetzter Humor, die Geschichten wirken stets herrlich skurril, ebenso wie die Figuren, und dennoch wirkt es an manchen Stellen auch melancholisch. Der Schreibstil ist immer sehr leichtfüßig, an manchen Stellen sogar fast märchenhaft. Trotz der Leichtigkeit kommt auch die Kritik nicht zu kurz, welche auf sehr vielfältige Weise spürbar ist. Seine volle Pracht entfaltet der Roman nur mit einem sehr umfassenden Hintergrundwissen über die russische Geschichte, welches mir zugegebenermaßen in Teilen fehlt, wodurch sich mir leider auch nicht alle Details erschlossen haben.

Fazit: Dem Autor ist es wunderbar gelungen, durch seine skurrilen Geschichten und den vielen Humor tiefe Einblicke in die ehemalige Sowjetunion zu geben. Durch die vielen verschiedenen Charaktere wird dies noch gestützt. Nicht zuletzt durch die viele Kritik, regt er zum Nachdenken und auch Nachforschen an und kann dadurch sehr lehrreich sein.

 «Roman mit Schwierigkeitsgrad - empfohlen für Geübte!»  von einer Kundin oder einem Kunden (21.08.2011):

Der russische Stern leuchtet über Gerechten und Ungerechten, so wie auch über Pawel Aleksandrowitsch Dobrynin, der in der Kolchosversammlung seines Heimatortes zum wahrhaftigen Volkskontrolleur des russischen Reiches gewählt wurde. In hohem Grade unbeliebt bei seinen Mitbürgern, die ihre Abneigung sogar auf seinen alten Hund Mitja übertrugen, so war er auch überdurchschnittlich ehrenhaft und unbestechlich. Daher kam diese Auszeichnung nicht von ungefähr und war so ehrenvoll, dass er Weib und Kind zurückließ - wenn auch nicht ohne Kummer - und dem Ruf in den Norden des Landes folgte, wo es seiner dringend bedurfte um Recht und Ordnung wieder herzustellen. Auf vornehmste Art und Weise per schwarzem Automobil oder Schienenverkehr wurde er zuerst nach Moskau geleitet und dann weiter, seiner eigentlichen Bestimmung zu. Mit kindlicher Verwunderung, Erstaunen und nicht ohne Genuß schwelgte er in den Privilegien der "upper-class" Leute, seien es köstliche Kekse zum Kaffee, ein Büro mit Inventar, eine ansprechende "Ersatz" - Ehefrau für sein politisches Leben oder ein eigenes Pferd, von dem er stolzgeschwellt Gebrauch machte.

So wie Pawel Land und Leute seines geliebten und gestrengen Heimatlandes kennenlernte, so wird auch der Leser im Weiteren mit skurilen Typen bekanntgemacht, die der kritischen aber auch liebevollen Feder des Autors entsprungen sind.

So setzte ein Engel seinen Fuß auf russischen Boden um irgendwo einen Menschen aufzuspüren, der es verdient hatte, einstmals in den Himmel einzugehen - als der erste Gerechte, der auserwählt sein würde. Mit einem bunt zusammengewürfelten Trüppchen macht er sich auf die Suche, allen voran ein Mann, der auf dem Weg in das gelobte Land ist.

Diese Sorge hat der Künstler Mark nicht. Ihn bedrückt ein Edikt der "Oberen", dass sein höchst sprechbegabter Papagei Kusma statt der fröhlichen Verse, die er bisher vortragen durfte, nur noch politisch geprägte Texte zum Besten geben darf und damit seinen Zuschauern keinen Anlaß mehr bietet, bei seinem Anblick fröhlich zu sein.

Auch Schuldirektor Banow fühlt sich nicht recht wohl unter den täglich neuen Verordnungen, denen er sich unterworfen sieht. Und doch - oder vielleicht auch deshalb - versucht er Klara Rojd, der Tante eines seiner Schüler, das verlernte Träumen wieder beizubringen. Und er zieht alle Register, auf dem Dach des Schulhauses, mit einer guten Tasse russischen Tees in den Händen und dem Blick auf den Kreml, in dessen Untergrund angeblich Lenin noch teilnahm am Geschick seines Landes. Vorsichtig und zart zeigt sich sein aufkeimendes Gefühl für die ansprechende Person - so wie alles im Sozialismus nur zaghaft keimen durfte, wenn es nicht von Beginn an den komunistischen Segen hatte.

Andrej Kurkow ist ein ganz spezieller Autor, der es dem Leser nicht ganz einfach macht. Man muß sich Zeit nehmen ein bißchen hinter die Worte zu schauen und Zusammenhänge zur Hilfe zu nehmen, deren Aufklärung man oft noch aus weiteren Bereichen herleiten muß.

Ich habe den Zugang zu dieser Lektüre nicht recht gefunden, es war deshalb teilweise unbefriedigend für mich. Ich hatte ein schlechtes "Lesegewissen", weil ich mich dem Roman nicht ganz zu öffnen vermochte, leider.

Ich hoffe, daß andere Leser besser damit zurecht kommen.