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Honecker privat Ein Personenschützer berichtet von Lothar Herzog

Honecker privat
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  • Erschienen: 08.08.2012
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  • Erschienen bei: Das Neue Berlin
  • ISBN-10: 3-360-50017-2
  • Einband: EPUB,
  • Auflage: 1
  • Seitenzahl: 105
  • Sprache(n): Deutsch
  • Spieldauer: 520 KB Minuten
  • Kopierschutz: Ja

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Kurzbeschreibung zu "Honecker privat"

Lothar Herzog arbeitete viele Jahre in Wandlitz und begleitete Erich Honecker auf Reisen. Er deckte nicht nur den Tisch und servierte die Speisen in Wandlitz, sondern sorgte auch sonst und an anderen Orten für das Wohlbefinden und die Sicherheit seines Chefs.
Die anekdotisch reflektierten Jahre vermitteln einen gleichermaßen informativen und unterhaltsamen Einblick in das Privatleben der Mächtigen im Lande, auf die der Spruch des polnischen Aphoristikers Stanislaw Jerzy Lec selbstredend zutraf: "Auch auf einem Thron werden Hosen durchgesessen."

Beschreibung von "Honecker privat"

Lothar Herzog arbeitete viele Jahre in Wandlitz und begleitete Erich Honecker auf Reisen. Er deckte nicht nur den Tisch und servierte die Speisen in Wandlitz, sondern sorgte auch sonst und an anderen Orten für das Wohlbefinden und die Sicherheit seines Chefs.
Die anekdotisch reflektierten Jahre vermitteln einen gleichermaßen informativen und unterhaltsamen Einblick in das Privatleben der Mächtigen im Lande, auf die der Spruch des polnischen Aphoristikers Stanislaw Jerzy Lec selbstredend zutraf: "Auch auf einem Thron werden Hosen durchgesessen."
Lothar Herzog, Jahrgang 1943, geboren und aufgewachsen in Lichtenstein bei Chemnitz. Kellner-Lehre von 1958 bis 1961 im Hotel "Chemnitzer Hof", danach Wechsel nach Berlin und Eintritt in das MfS als Personenschützer. Von Januar 1962 bis Februar 1985 tätig als Kellner und Steward in der Waldsiedlung Wandlitz. Zu seinen Aufgaben gehörte ferner die Begleitung von Politbüromitgliedern und Regierungsvertretern auf Auslandsreisen sowie die Betreuung von ausländischen Gästen in der DDR. Von 1971 bis 1984 war er ausschließlich für Erich Honecker zuständig, den er auch im Urlaub begleitete.Herzog war in dieser Funktion Zeuge aller wesentlichen Spitzenbegegnungen in jenen Jahren.Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern und lebt in Berlin.

Leseprobe aus "Honecker privat"

Aber mich begleitete noch immer die Frage: warum? Warum ließ man mich fallen wie eine heiße Kartoffel? Nur weil ich Honeckers blöde Töle vor die Tür hatte schicken wollen?
Nach und nach fügte sich aus verschiedenen Nachrichtensplittern und Gerüchten aber ein Bild zusammen, das ich dann zu interpretieren verstand.
Beate und ihre beiden Freundinnen hatten in der Mocca-Milch-Eisbar in der Karl-Marx-Allee drei Jungen kennengelernt. Die waren "von drüben". Pünktlich um Mitternacht brachten sie die drei zum Tränenpalast in die Friedrichstraße. Im Unterschied zu den anderen beiden Familien hatten Herzogs einen Telefonanschluss. Die Teenager dachten sich nichts dabei und riefen anderentags von diesem Apparat in Westberlin an. Herrliche Einfalt! Jedes Telefonat in den Westteil der Stadt und in die Bundesrepublik wurde registriert, dafur sorgte die Spionageabwehr und die Funkaufklärung. Also registrierte man auch den Anruf von meiner Nummer, die erstens eine Art Dienstapparat war, zweitens war ich Angehöriger des MfS, und drittens zu allem Überfluss auch noch in unmittelbarer Nähe Honeckers eingesetzt. Halleluja! Da schrillten doch sofort, ohne dass ich dies wusste, bei der HA II und der HA III alle Alarmglocken. Ich glaube noch nicht einmal, dass Geheimnisverrat vermutet wurde, kein Verdacht der nachrichtendienstlichen Verbindungsaufnahme im Raum stand (das hätte andere Konsequenzen gezeigt als mich lediglich zu versetzen). Abwehrhirne deklinieren alle Optionen durch. Konnte die Westberliner sich nicht absichtsvoll an die Mädchen herangemacht haben? Waren die Mädchen Teil einer nachrichtendienstlichen Operation, die auf mich zielte?
Ich war für westliche Dienste durchaus eine interessante Person. Wollte man Kompromate schaffen, mit denen ich erpresst werden konnte?
Das würde auch erklären, weshalb mir meine eigenen Genossen nichts sagten. Sie warteten ab, was da kommen würde, und ließen mich warten und im Unklaren. Dieses Misstrauen, das in solchen Unternehmen steckte, richtete sich gegen alles und jeden. Auch gegen mich, der sich nie etwas hatte zu Schulden kommen lassen. Keine Bestrafung in so vielen Dienstjahren, nichts. Ich war Opfer einer tödlichen Berufskrankheit geworden.
Ich meinte, es wäre Zeit, den Dienst zu quittieren. Inzwischen hatte man mich als Brigadeleiter eingesetzt, verantwortlich für acht junge Kellner und sechs Köche, die in zwei Klubgaststätten in Ledigenwohnheimen der Hauptabteilung Personenschutz arbeiteten. Sohn Peter hatte nach dem Abitur ein Studium an einer Offiziersschule in Löbau aufgenommen.
Beate arbeitete als Kellnerin, und Marianne hatte eine sie ausfüllende Tätigkeit im Sport- und Erholungszentrum. Alles lief in geordneten Bahnen.
Am 31. Dezember 1989 schied ich aus dem Dienst aus und arbeitete ab Neujahr wieder als ganz normaler Kellner im Palast der Republik. Naja, nicht als einfacher Kellner, als Oberkellner. Und zwar so lange, bis das Haus wegen angeblicher Asbestgefahr geschlossen werden musste. So wechselte ich als Oberkellner in ein anderes asbestverseuchtes Gebäude, das ICC im Westteil der Stadt. Dort blieb ich bis zum Rentenalter.

Portraits

Lothar Herzog: Lothar Herzog, geboren 1943, Sohn eines Wismut-Kumpels, lernte Kellner im Chemnitzer Hof zu Karl-Marx-Stadt, diente als Grenzsoldat und ging zum MfS. Er wurde zum Personenschutz nach Wandlitz abkommandiert, war zwei Jahrzehnte als personengebundener Kellner tätig, die meiste Zeit als eine Art Butler bei Honeckers. Er begleitete den Staats- und Parteichef auf Reisen. 1985 wechselte Hauptmann Herzog in den zivilen Bereich. Von 1991 bis zum Eintritt ins Rentenalter kellnerte Lothar Herzog im ICC Berlin.

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 «So aufregend wie die Farbe seiner Anzüge»  von einer Kundin oder einem Kunden (26.09.2012):

An sich kommt nicht viel 'rüber von diesem spröden Herrn. Man hat sich bei dem Titel ja einige voyeuristische Einblicke in das Privatleben des obersten Zonen-Chefs erwartet. Doch im Nachhinein betrachtet kommt da eigentlich nur der etwas verkappte Frust des Personenschützers 'rum. Das mag auch ein wenig am Stil des Autors liegen, der sicher kein geborener Schriftsteller ist. Der eine Stern für die Fleißarbeit.