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Dogville von Lars von Trier (Regie)

Dogville
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DVD

  • Erschienen: 01.07.2004
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  • Erschienen bei: Concorde

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Kurzbeschreibung zu "Dogville"



Zwei Schüsse zerreißen die Stille der Nacht. Der Hund Moses ist der erste, der die fremde Schönheit, die nur wenig später an diesem Abend im Jahr 1930 in der abgelegenen Gemeinde Dogville auftaucht, bemerkt. Als nächstes wird Tom Edison jr., der sich selbst als Schriftsteller bezeichnet und gerne über das Leben im Allgemeinen und die Moral im Besonderen philosophiert, auf die mondän gekleidete Frau, die ganz offensichtlich auf der Flucht ist, aufmerksam. Tom hatte wie jeden Abend seinen Kindheitsfreund Bill besucht, um ihm eine weitere vernichtende Niederlage beim Mühle-Spiel zuzufügen und vielleicht auch, um dessen Schwester Liz zu sehen, wie manch einer in Dogville behauptet. Auf dem Heimweg hatte er sich auf kurz auf der Bank niedergelassen und hing seinen Gedanken nach, als er die beiden Schüsse hörte. Tom versteckt Grace vor ihren Häschern und behauptet den Gangstern gegenüber, er habe nichts Außergewöhnliches gesehen oder gehört. Am darauffolgenden Tag beruft Tom ein Gemeindetreffen ein. Es gelingt ihm tatsächlich, die Einwohner der kleinen Gemeinde in den Rocky Mountains davon zu überzeugen, Grace zunächst für zwei Wochen Asyl zu gewähren. Nach Ablauf der Zeit soll abgestimmt werden, ob sie auch weiterhin in der kleinen 15- Seelen-Gemeinde bleiben darf. Damit auch jeder in den vierzehn Tagen die Möglichkeit hat, Grace kennen zu lernen, schlägt Tom vor, sie solle den Einwohnern von Dogville ein wenig zur Hand gehen.... Mit dem Auftakt seiner geplanten "U.S and A"-Trilogie gelang Lars von Trier ein Meisterwerk, das durch eine faszinierende Kameraarbeit, ein brillantes Schauspielerensemble - allen voran Nicole Kidman in ihrer wohl besten Rolle - und eine außergewöhnliche Inszenierung die Grenzen des Kinos neu definiert.


Beschreibung von "Dogville"

Zwei Schüsse zerreißen die Stille der Nacht. Der Hund Moses ist der erste, der die fremde Schönheit, die nur wenig später an diesem Abend im Jahr 1930 in der abgelegenen Gemeinde Dogville auftaucht, bemerkt. Als nächstes wird Tom Edison jr., der sich selbst als Schriftsteller bezeichnet und gerne über das Leben im Allgemeinen und die Moral im Besonderen philosophiert, auf die mondän gekleidete Frau, die ganz offensichtlich auf der Flucht ist, aufmerksam. Tom hatte wie jeden Abend seinen Kindheitsfreund Bill besucht, um ihm eine weitere vernichtende Niederlage beim Mühle-Spiel zuzufügen und vielleicht auch, um dessen Schwester Liz zu sehen, wie manch einer in Dogville behauptet. Auf dem Heimweg hatte er sich auf kurz auf der Bank niedergelassen und hing seinen Gedanken nach, als er die beiden Schüsse hörte. Tom versteckt Grace vor ihren Häschern und behauptet den Gangstern gegenüber, er habe nichts Außergewöhnliches gesehen oder gehört. Am darauffolgenden Tag beruft Tom ein Gemeindetreffen ein. Es gelingt ihm tatsächlich, die Einwohner der kleinen Gemeinde in den Rocky Mountains davon zu überzeugen, Grace zunächst für zwei Wochen Asyl zu gewähren. Nach Ablauf der Zeit soll abgestimmt werden, ob sie auch weiterhin in der kleinen 15-Seelen-Gemeinde bleiben darf. Damit auch jeder in den vierzehn Tagen die Möglichkeit hat, Grace kennen zu lernen, schlägt Tom vor, sie solle den Einwohnern von Dogville ein wenig zur Hand gehen. Anfangs protestieren die Leute von Dogville: es gebe nichts, wobei Grace ihnen helfen kann. Doch Grace lässt nicht locker und schließlich findet doch jeder eine kleine Aufgabe für sie. Bei der Gemeindeversammlung zwei Wochen später stimmen alle dafür, dass Grace weiterhin in Dogville wohnen darf. Der Frühling und Frühsommer erweist sich als eine glückliche Zeit für Grace. Sie arbeitet für die Bewohner von Dogville und wird dafür sogar entlohnt. Zwar bekommt sie nicht allzu viel Geld, aber immerhin kann sie für das erste der insgesamt sieben Porzellanfigürchen, die im Laden von Ma Ginger bisher nur als Staubfänger dienten, sparen. Beim alljährlichen Picknick am 4. Juli gestehen sich Tom Edison jr. und Grace schüchtern ihre Liebe, die sie vor den übrigen Bewohnern von Dogville allerdings noch geheim halten wollen. Doch dann kommt die Polizei in den Ort, um noch einmal nach der flüchtigen Frau zu suchen. Sie heften Steckbrief auf, auf denen Grace als Verbrecherin gesucht wird: ganz offensichtlich liegt den Gangstern, vor denen Grace vor vielen Wochen geflüchtet ist, sehr viel daran, sie zu finden. Zwar ist ganz offensichtlich, dass die Anschuldigungen gar nicht wahr sein können - dennoch kippt die Stimmung und Dogville beginnt nun die Zähne zu fletschen. Grace muss von fortan von früh bis spät arbeiten, immerhin tragen die Bewohner der Gemeinde, die inzwischen ja eine gesuchte Verbrecherin verstecken, nun auch ein höheres Risiko. Sie beginnen, nicht nur Graces Arbeitskraft auszunutzen - sie arbeitet inzwischen weitaus mehr, als der Rest der Menschen in Dogville und wird auch schon länger nicht mehr dafür entlohnt - sondern erniedrigen, beleidigen und vergewaltigen sie sogar. Nur Tom Edison jr. hält noch zu ihr und hilft ihr dabei, einen Fluchtplan zu entwerfen. Der LKW-Fahrer Ben soll sie zusammen mit einer Lieferung Äpfel aus der Stadt bringen. Doch die Flucht misslingt, Ben vergeht sich an Grace und bringt sie wieder zurück nach Dogville. Um weitere Fluchtversuche unmöglich zu machen, binden die Bewohner von Dogville das Halsband von Moses, an dem zuvor eine Glocke und eine schwere Kutschfelge befestigt wurde, um ihren Hals. So weiß jeder, wo sich Grace, die mit großer Mühe das Wagenrad hinter sich herziehen muss, aufhält. Schließlich kann auch Tom dem sozialen Druck der anderen Bewohner nicht mehr standhalten und erinnert sich an die Visitenkarte, die ihm einer der Gangster in der Nacht von Grace Ankunft in Dogville in die Hand gedrückt hat. Er greift zum Telefon und von nun an scheint Dogville einfach nur zu warten ...

Features von "Dogville"

Kinotrailer
Trailer von anderen Filmen
Kapitel- / Szenenanwahl
Animiertes DVD-Menü
DVD-Menü mit Soundeffekten
Audiokommentar von Lars von Trier
Informationen zu Cast & Crew
Bebilderte Produktionsnotizen
Fotogalerie

Bewertung unserer Kunden

Kundenbewertung: Bewertungen
Durchschnitt aus 2 Bewertungen:

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 «Düsterer, fesselnder Theaterfilm»  von einer Kundin oder einem Kunden (08.09.2007):

Dogville präsentiert sich wie eine Versuchsanordnung. Untersucht werden soll folgendes: Eine junge Frau auf der Flucht kommt in eine von der Außenwelt weitgehend abgeschlossene Kleinstadt. Die Bewohner des Städtchen sollen darüber entscheiden, ob und unter welchen Bedingen die Fremde unter ihnen leben soll. Der weitere Verlauf wird von der Kamera aufgezeichnet.

Experimente werden in der Regel unter Laborbedingungen durchgeführt. Alle Störfaktoren werden nach Möglichkeit ausgeblendet. Entsprechend wird in "Dogville" auf ein klassisches Filmset verzichtet. Der Zuschauer ist quasi ein Gast des Versuchsleiters. Teilweise lenkt dieser mit Hilfe der Kamera die Aufmerksamkeit auf bestimmte Vorkommnisse in dem gesellschaftlichen Mikrokosmos, teilweise hat der Zuschauer aber auch selber Gelegenheit nach Lust und Laune seinen Blick über die Versuchsanordnung schweifen zu lassen. Er sieht gleichzeitig das Private und das Öffentliche von 15 Erwachsenen und einer Handvoll Kinder.

Im Prinzip ist "Dogville" nichts anders als abgefilmtes Theater. Theater auf der Leinwand hat aber einen wesentlichen Vorteil. Emotionen sind feiner darstellbar, weil die Leinwand Gesichter in Großaufnahme zeigen kann.

Die Menschen von Dogville sind ganz mit sich selbst beschäftigt. Man kennt sich, ist eine eingeschworene Gemeinschaft, lebt aber auch gleichgültig neben einander her. Bis eines Tages Grace in ihre Mitte tritt. In einer Versammlung wird beschlossen, dass sie zunächst für zwei Wochen bleiben darf. Die Anwesenheit Grace reißt sie aus ihren Alltagstrott. Dogville erwacht aus seiner Lethargie. In neun Kapitel skizziert von Trier die gruppendynamischen Prozesse, die aus der neuen Situation entstehen. Zunächst kann die freundliche Fremde sämtliche Bewohner für sich gewinnen und das Gute in den Menschen von Dogville wecken. Aber mit dem wachsenden Bewusstsein der Dogviller, dass es in ihrer Macht liegt über das Wohl der Flüchtigen zu entscheiden. Und Lars von Trier zeigt wie Macht den Menschen korrumpieren kann. Nach und nach beginnen die scheinbar so freundlichen Bürger die Schwäche der Verfolgten auszunutzen. Aus dem Engel wird der Sündenbock, aus der Flüchtigen eine Gefangene. Die Abgründe der menschlichen Natur treten zu Tage. In den neun Kapitel erfährt Grace alle menschlichen Verhaltenweisen, die ein Fremder unter Einheimischen, ein Außenseiter gegenüber der Mehrheit nur erfahren kann. Sie wird misstrauisch beäugt, geschützt, geliebt, benutzt, beschimpft, vergewaltigt, verachtet, versklavt, verraten.

Mit Geduld erträgt Grace ihren Leidensweg. Aber anders als in den vorangegangenen Filmen in der er die menschliche insbesondere die weibliche Leidensfähigkeit thematisiert hat, dreht er am Ende den Spies noch einmal um. Ist Vergeltung gestattet, um Unrecht zu sühnen? Eine Antwort gibt der Film nicht. Aber er hinterlässt Verwirrung. Gut und Böse erscheinen beständig in einem anderen Licht und so wird der Zuschauer im Laufe des Filmes hin- und hergeworfen zwischen Anteilnahme, Rachegelüsten und Vergebung.

"Dogville" spielt mit den Emotionen und hinterfragt die scheinbare eigene moralische Überlegenheit. Somit wird der Film letztlich zum Selbstversuch. Denn Dogville gibt es nicht nur auf der Leinwand, Dogville ist überall.

Lars von Trier hat einen düsteren, pessimistischen Theaterfilm gedreht, der für seine Laufzeit von drei Stunden aber überraschend kurzweilig ausgefallen ist. Für Abwechslung sorgen automatisch die fünfzehn unterschiedlichen Charaktere von Dogville, einschließlich ihres ständig im Wandel begriffenen Reaktionsverhalten gegenüber Grace.

 «Ein aussergewöhnlicher Film»  von einer Kundin oder einem Kunden (07.11.2005):

... den Lars von Trier da bietet. Allerdings ist er auch sehr gewöhungsbedürftig. Aber immerhin- ich habe in den knapp drei Stunden nicht ein einziges mal zur Uhr geschaut.
Zuerst: es handelt sich nihct um einen typischen Dogma-Film, obwohl die "Kulissen" diesen Namen eigentlich nicht verdienen: sie sind mit Kreidestrichen auf den Boden gemalt. Dadurch erzielt von Trier einige interessante Effekte, da man ja die Leute in ihren verschlossenen Wohnungen beobachten kann.
Die Handlung is schnell erzählt: Grace (Kidman) ist auf der Flucht, Tom überredet die Gemeinde, sie zu verstecken. Im Laufe der Zeit wird Grace bei den Einwohnern immer beliebter, allerdings werden die Bedingungen ihres Versteckes immer schwieriger, ihre Lage immer entwürdigender, je intensiver die Such nach ihr in der Aussenwelt wird. Das Ende ist dann doch sehr überraschend!
Der Film ist wirklich sehr beklemmend erzählt in einer klaustrophobischen Atmosphäre, nichts für einen gemütlichen Abend am Kamin. Trotzdem- oder gerade deshalb- finde ich das Werk aussergewöhnlich sehenswert. Die fünf Sterne sind verdient.


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